Forum der Holzfachfrauen

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Fragen und Mitteilungsdrang

Erst einmal ein herzliches Hallo an alle.

Ich bin neu hier im Forum und erhoffe mir hier einige Antworten und auch Erfahrungsberichte zu bekommen.
Ich bin 27 Jahre alt und alleinerziehende Mutter eines 4 jährigen Jungen.
Ich habe bisher aus familiären Gründen und schweren Zeiten keine Ausbildung machen können, möchte dies aber unbedingt nachholen.
Ich habe mich in den letzten Monaten viel mit dem Thema Ausbildung auseinandergesetzt und viele Bewerbungen geschrieben. Diese gingen in die Richtung Büro oder aber Verkauf.
Doch vor einiger Zeit hatte ich ein Gespräch mit einer Frau, welches mich zum intensiven nachdenken anregte. "Sie im Büro? Was wollen Sie denn da? Für mich kaum vorstellbar. Für mich gehören Sie in den kreativen Bereich."
Dies habe ich nicht zum ersten Mal gehört, daher mache ich mir wohl auch so viele Gedanken. Und die Leute haben recht. Auch ich sehe mich nicht im Büro oder frisch und fein geschniegelt in einer Anwaltskanzlei oder anderen Bereichen.
Ich bin ein kreativer Kopf, habe ständig neue Ideen für Möbel und dergleichen im Kopf und möchte in der Lage sein diese umzusetzen.
Ich liebe es mir alte und wirklich handgemachte Stücke anzuschauen und werde tatsächlich ganz kribbelig.
Nun ist es aber doch so, dass der Beruf des Tischlers eigentlich ein Männerberuf ist, bzw. im Vergleich kaum Frauen zu finden sind.
Woran liegt das? Trauen es sich viele Frauen nicht zu diesen Beruf auszuüben, besteht einfach kein Interesse oder kommen Frauen schwerer an einen Ausbildungsplatz? Wie verlief die Ausbildung bei euch? Hattet ihr Schwierigkeiten?
Ich habe davon gehört, dass man die Ausbildung auch rein schulisch machen kann, also kein Ausbildungsbetrieb benötigt wird. Denn das wäre meine größte Sorge, keinen Betrieb zu finden. Auch habe ich nachlesen können, dass oft Überstunden anfallen. Auch dies würde in einer schulischen Ausbildung wegfallen. Nicht dass ich mich scheue Überstunden zu machen, aber ich habe eben noch mein Kind.
ABER.. Wo finde ich solche Schulen (Raum Köln)? Ich habe bisher nur Kollegs gefunden, welche die in der betrieblichen Ausbildung üblichen Schulzeiten übernehmen.
Ich weiß, dass dieser Job sicher nicht einfach und auch hart ist. Ich weiß auch, dass ich fluchen werde und sicher an den Punkt kommen werde an dem ich alles hinschmeissen möchte. Aber ich weiß auch, dass ich es durchziehen werde, weil ich endlich das Gefühl habe mich gefunden zu haben.
Ich hoffe sehr, dass dieser Text nun nicht zu lang ist, ich nicht zu wirr geschrieben habe.

Ich würde mich sehr über Antworten freuen und wünsche noch einen schönen Abend!

LG,
Bona

Bona
Mitglied seit 07. 09. 2012
2 Beiträge

Hallo Bona,
bin auf Deinen Beitrag gestoßen, da ich nach Weiterbildung für Tischler schaue...
ich habe meine Lehre zum Glück noch vor meinem Kind abgeschlossen.
Denn jetzt da ich ein Kind von 1 1/2j. habe, könnte ich nicht mehr wie damals im Durchschnitt 10Std./ Tag plus oft noch Samstags und plus schwerer körperlicher Belastung arbeiten.
Das geht natürlich vor allem alleinerziehend (bin ich auch) schon mal gar nicht.
Als Gesellin kann man dann ja Glück haben (hatte ich sogar), und eine Teilzeit-Stelle finden, die natürlich geldtechnisch nicht so toll ist.

Allgemein: mit offenen Armen wurde ich bisher noch nirgends empfangen, ob mit oder ohne Kind.
Ich weiß gar nicht, ob es unbedingt daran liegt, daß ich eine Frau bin - ich kenne gerade in Köln-Stadt Schreinereien die bevorzugt Frauen ausbilden. Und ich kenne ein paar Mädels, die ohne Probleme (Ausbildungs- und Gesellen-) Stellen bekamen.
Man muß sich halt als Frau schon mehr beweisen und durchsetzen als als Mann,
und es gibt schon einige Schreinereien die einfach Vorurteile haben und keine Frauen nehmen.
Oder wie hier in Berichten zu lesen, sie schlecht behandeln oder wegen "gebährfreudigen Alters" lieber nicht fest-anstellen.
Und da gibt es bestimmt viele Frauen, die sich davon einschüchtern lassen.
Oder die auf Dauer nicht so hart körperlich arbeiten wollen.
Kinder sind auch schwer vereibar mit einer vollen Gesellenstelle und auch nicht gut entlohnt, sodaß es mehr Leidenschaft ist, weiter zu arbeiten.
Bei mir kommt halt zum Frausein (jetzt auch noch mit Anhängsel ;-)) noch dazu daß ich eher schüchtern bin - zwar durchsetzungsstark, klar kreativ und ich kann auch einiges ab an schwerer Arbeit und "lustiger" Sprüche,
kriege aber mein Maul die ersten Wochen nicht auf!
und denke, daß ich es vor allem deswegen nicht ganz so leicht habe auf dem Tischler-Arbeitsmarkt.

Also wenn Du da etwas unkomplizierter bist als ich, und körperlich auch etwas aushältst, muß es nicht ein Problem für Dich sein, eine Stelle zu finden.
Es gibt in Köln gar nicht so wenig Tischler-Azubinen, Gesellinnen und Selbstständige schon weniger.

Tips:
in Köln gibt es einmal den WDR, der eine reine Ausbildungswerkstatt für Schreiner/innen hat: sehr schöne Arbeitszeiten, viele Mädels (wir waren immer etwas neidisch auf die), nur leider nicht allzu leicht reinzukommen, da sehr begehrt.

Es gibt zwar noch ein paar Ausbilder die ich empfehlen könnte, wo die Arbeitszeiten aber auch sehr viel von Azubis abverlangen...
aber vor allem eine, auf deren Azubinen (von jährlich einer/m Azubis sind durchschnittlich 2 Mädels) ich auch immer neidisch war:
Buchal & Krings

Außerdem würde ich mich einfach mal direkt beim Berufskolleg Ullrepforte erkundigen, die wissen über schulische Ausbildungen am besten Bescheid (z.B. kann man dort auch das 1. Lehrjahr im BGJ machen)

Es wird bestimmt nicht einfach was zu finden, was auch vereinbar mit Kind ist, unmöglich ist es aber auch nicht! Klemm dich hinter!
Wünsche viel Erfolg und Glück auf
:-) Anna

anecke
Mitglied seit 06. 02. 2012
4 Beiträge