Das Tischler*innentreffen in 2025

Von Donnerstag bis Sonntag, den 18. bis 21. September 2025

fand im JBF-Centrum Bückeberg in Obernkirchen

das 35. Bundesweite Tischler*innentreffen statt.

Orgateam 2025

Foto-Galerie 2025

Bericht 2025

Das 35. Tischler*innentreffen mit 200 Teilnehmenden
 

„Zwischen Hobelbank und Hürden“ – 35. T*T 2025: Ein Raum der Vielfalt und des Austauschs im Handwerk

Bückeberg, Niedersachsen – Die Hobelbank, die Baustelle oder das Büro für vier Tage verlassen und ab zum T*T! – das 35. Tischlerinnentreffen, das im September 2025 auf dem Bückeberg stattfand, war ein einzigartiger Raum für Austausch, Kreativität und Veränderung im Handwerk. Rund 200 Teilnehmende aus dem gesamten Bundesgebiet kamen zusammen, um nicht nur ihre handwerklichen Fähigkeiten zu erweitern, sondern auch über die dringend benötigten Veränderungen für ein inklusiveres und vielfältigeres Handwerk nachzudenken.

Unter dem Motto „Zwischen Hobelbank und Hürden“ bot das Treffen eine Plattform für FLINTA* (Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Menschen) im Handwerk, die in der traditionell cis-männlich geprägten Branche häufig mit Herausforderungen konfrontiert sind. Es war ein intensiver Austausch über Perspektiven, Hürden und die gemeinsamen Visionen für die Zukunft des Handwerks.

„So viele verschiedene Perspektiven und Biografien sind total bereichernd“

„Ich komme seit Jahren und nehme immer wieder neue Gedanken und Ansätze mit für mein Arbeits- und mein Privatleben“, berichtet eine langjährige Teilnehmerin, die das Tischler*innentreffen als ständigen Impulsgeber für ihre berufliche und persönliche Weiterentwicklung schätzt. Die Begeisterung der Teilnehmenden war deutlich zu spüren – besonders durch die Vielzahl von Workshops, die von praktischen Techniken wie Holz biegen, Langholzdrechseln und Lederupcycling bis hin zu kreativen Angeboten wie Siebdruck und Parkour reichten.

„Die Möglichkeit, neue Handwerkstechniken zu erlernen, aber auch neue Perspektiven auf das Handwerk zu gewinnen, ist einfach großartig“, sagt eine andere Teilnehmerin, die das Treffen als eine Quelle der Inspiration und des Wissensaustauschs bezeichnete. Ca. 50 Teilnehmende waren zum ersten Mal dabei – „es tut sehr gut, mal nicht die einzige Flinta*Person wie sonst im Betrieb oder auf der Baustelle zu sein!“.

Das Treffen bietet jedoch weit mehr als nur handwerkliche Praxis. Es ist auch ein lebendiger Ort, um sich politisch weiterzubilden und Werkzeuge wie Schlagfertigkeit oder gewaltfreie Kommunikation kennenzulernen und zu trainieren. „Als Berufsschullehrerin ist mir wichtig, was gerade so unter den Tischler*innen Thema ist“, so eine Teilnehmende, die das Treffen als wichtigen Austauschort für alle, die im Handwerk tätig sind, betrachtet.

Podiumsdiskussion: Veränderung und mehr Chancengleichheit im Handwerk

Auf der Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen der Verbände und Politik Ragna Köstener (HWK Bielefeld), Anke Hennig (Ex-SPD-Bundestagsabgeordnete), und Aktivi*innen Sam und Lea vom Azubishilfenetzwerk und Johanna Röh von „Mutterschutz für alle!“ wurden drängende Themen wie der fehlende Mutterschutz für Selbstständige und die diskriminierenden Strukturen in vielen Handwerksbetrieben angesprochen. „Die Ausbildung im Handwerk muss endlich auf Augenhöhe erfolgen – hier sind Politik und Handwerkskammern gefragt, um z.B. Azubis auch eine Stimme zu geben“, forderte eine der Teilnehmer*innen. Die Schulung der Ausbilder*innen sollte Vielfalt thematisieren und sensibel für Diskriminierungen machen. In der Diskussionen wurde klar: Es braucht konkrete Veränderungen, um das Handwerk für alle zugänglich und gerecht zu gestalten.

Abende mit einer Bühne der Vielfalt und neuen Netzwerken

An den Abenden des Treffens wurde nicht nur neue Netzwerke geknüpft und bestehende Kontakte vertieft, sondern auch gefeiert. Die Teilnehmer*innen freuten sich über die Tombola mit tollen Sachspenden und nutzten die offene Bühne, um sich mit Gesang, Comedy und ernsten Gedanken auszudrücken. Das Highlight war jedoch die riesige Geburtstagstorte, die mit Sägen geteilt wurde – eine humorvolle und symbolische Feier des 35. Treffens.

„Begeisterung für das Treffen zeigten vor allem die etwa 20 Personen, die sofort auf die Bühne sprangen, um die nächsten Treffen zu gestalten“, berichtet das Orgateam stolz. Im nächsten Jahr findet das Tischler*innentreffen in der Nähe von Oldenburg vom 10-13.9.2026 statt. Das neue Orgateam steht in den Startlöchern und wird dem Treffen neue Impulse geben. Wir sind gespannt! Weitere Informationen unter www.tischlerinnen.de

Danke an alle Unterstützer*innen

Dank der Unterstützung zahlreicher Spender, Sponsoren und Stiftungen konnte das Treffen in seiner vollen Vielfalt und Tiefe stattfinden. Nur durch diese großzügige Hilfe war es möglich, ein so abwechslungsreiches Programm zu realisieren, das den Teilnehmenden sowohl praktisch als auch theoretisch neue Impulse gab.

Zwischen Hobelbank und Hürden“ – Diversität im Handwerk stärkt das Handwerk! „Seid laut!“, „Fordert Gleichberechtigung!“ hieß es am Ende der Podiumsveranstaltung und „Geht euren Weg!“.

Text von Silja Hüffmeier

 

Das Tischler*innentreffen 2025 wurde gefördert von folgenden Stiftungen: Arthur-Francke´sche Stiftung, Solidaritätsfonds der Hans-Böckler-Stiftung, Heidehof-Stiftung, Hannchen-Mehrzweck-Stiftung, Karin-Burmeister-Stiftung, Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt.

Wir danken dem Orga-Team 2025

Amrei, Bine, Hilde, Kristin, Mandi, Sanne, Shirin, Silja, Susanne

und Support Danielle sowie dem Rummelduo Clara und Mo