Daten über das 26. bundesweite Tischlerinnentreffen

Do, den 17. - So, den 20. September 2015

auf dem Rittergut Lützensömmern (bei Erfurt), Thüringen

mit 101 Frauen und 11 Kindern

Foto-Galerie

Bericht vom 26. bundesweiten Tischlerinnentreffen

von Judith Heine

Vorhang zu

 

So, nun ist's vorbei, das schöne Tischlerinnentreffen – für Leser*Innen, die das Wort das erste mal hören: wir sind ein bunter Haufen Handwerksfrauen (egal, ob nun seit Geburt oder später durch eigene Entscheidung zur Frau geworden), die sich seit einem viertel Jahrhundert treffen, um sich über Berufsalltag auszutauschen, sich gegenseitig zu stärken, zu vernetzen, eine gute Zeit zu haben.


Ein Jahr mal lustige, mal anstrengende Orga-arbeit hat sich gelohnt: wir haben uns in Lützensömmern zum „TT“ zusammengefunden - und sind nun wieder in alle Winde verstreut.

Zeit, noch einmal kurz Revue passieren zu lassen, wie wir das Wochenende empfanden, bevor das neue Orgateam aus Berlin in die Startlöcher geht.


Ich hoffe, ich spreche für alle Teilnehmer*Innen, wenn ich sage, dass wir ein paar schöne, gemütliche Tage hatten. Der Regen hat uns weitestgehend verschont, und Workshops, die für draußen geplant waren (Erlebnispädagogik, Baumklettern...) konnten stattfinden, puh!


Ich finde es total gut, dass es wieder eine Mischung aus Handwerksthemen gab – Zimmereiverbindungen, Elektroworkshop, Betonworkshop, Holzbildhauerei … - und fachfremden. So konnte frau sich im Gitarrenworkshop oder bei „Stimme und Körper“ oder eben Erlebnispädagogik mal mit Anderem außer Handwerk beschäftigen.


Sehr erwähnenswert sehe ich die Diskussion, die von einigen Frauen zur Idee und Motivation des Tischlerinnentreffens ins Leben gerufen wurde. Sehen wir uns als politisch relevantes Frauentreffen, sind wir Teil der Frauen-Lesben-Trans* community? Wird das TT kommerzieller (frau denke an die Präsentation einer Maschinenmarke)? Wie wollen wir weitermachen? Die Antworten sind so vielfältig wie wir Frauen es auch wieder auf diesem Treffen waren: Junge Frauen auf der Suche nach der passenden Ausbildung, Azubinen, Gesellinnen – frisch gebacken oder schon länger am werkeln, Selbstständige und Meisterinnen.


Wir hatten Spaß bei der Tombola: ich bin sicher nicht die einzige, die stolz mit Einhandzwingen und Qualitätshammer aus dem Raum ging. Spaß hatten wir auch auf der offenen Bühne, danke an alle Frauen und ihren Mut, uns Lieder, Gedichte, Geschichten zu präsentieren.


Danke an diejenigen, die sich getraut haben, trotz all der schönen Momente, ihre Stimme kritisch zu erheben und uns den Spiegel vorzuhalten: Auch wir Frauen sind nicht frei von sexistischem Verhalten, wir fügen uns in unsere Rollen ein und haben diese manchmal auch auf dem Treffen reproduziert. Und auch, wenn wir Frauen, wir Lesben und Transfrauen zu Gruppen gehören, die Diskriminierung erfahren, sollten wir nicht vergessen, dass es auch andere Menschen leiden, weil sie nicht gewissen Normen entsprechen.


Weder diese Menschen noch wir wollen uns in unseren Schubladen aufhalten und vor uns hinstauben. Das Treffen war wieder einmal ein Ereignis, was uns Mut gemacht hat, uns bereichert hat. Wir freuen uns auf das nächste Jahr, auf die Workshops, den fachlichen wie persönlichen Austausch, auf politische Diskussionen und eine Menge Spaß!

Flyer des Treffens

Wir danken dem Orgateam 2015

Bine Uhl, Claudia Nawka, Dörthe Aßhauer, Judith Heine, Lisa Dudeck, Melanie Windischmann, Stephanie Schöpf, Thalia Schwarz und Susanne Kunze

 

Ein extra Dankeschön gebührt Bianca Schuchardt.