Daten über das 25. bundesweite Tischlerinnentreffen

Do, den 04. - So, den 07. September 2014

in der Begegnungs- und Bildungsstätte "Leben in Bewegung" in Wittfeitzen, Niedersachsen

mit 128 Frauen und 17 Kindern

 

Foto-Galerie

 

Bericht vom 25. bundesweiten Tischlerinnentreffen (2014)

von Melanie Kyrieleis

25-jähriges Jubiläum des Tischlerinnentreffens:
Der Kuchen ist gegessen, der Anlass noch nicht.


„Ich hatte Glück“, berichtet Melanie, Schreinerin aus Nürnberg „eine Kollegin in der Berufsschule erzählte mir bereits in meinem ersten Lehrjahr vom Bundesweiten Tischlerinnentreffen. Damals wusste ich nicht, was mich dort erwarten würde und habe mich gefreut zu sehen, dass es so viele Tischlerinnen gibt.“ Das war 1992. Seitdem ist Melanie fast jedes Jahr zum Treffen gereist. Einige Male hat sie es auch mitorganisiert.

Dieses Jahr feierte das Tischlerinnentreffen vom 04.–07. September 2014 im Wendland sein 25-jähriges Jubiläum. Frauen jeden Alters aus den Holzgewerken oder mit Faible für Holz waren eingeladen.128 Frauen und 17 Kinder sind der Einladung gefolgt, ungefähr ein Drittel der Teilnehmerinnen war das erste Mal dabei.

Eine von ihnen, Stephanie aus der Nähe von Freiburg, 20 Jahre alt und seit zwei Jahren Gesellin, schildert ihren Eindruck vom ersten Treffen und spricht damit wohl für viele: „Ich fand es toll, endlich mal so viele Frauen zu treffen, denen es ähnlich geht wie mir.“ Wie es den Holzfachfrauen wirklich geht, sind natürlich individuelle Geschichten, doch die Impulse und Vernetzung, die durch das Tischlerinnentreffen jährlich stattfinden, tragen viel Positives zur Stärkung im Berufsalltag bei.

Stärkung durch Weiterbildung, aber auch das Weitergeben von Wissen und Erfahrungen, ist ein Kernthema des Treffens. Das Workshop-Programm war so gestaltet, dass für jede ein spannendes Thema dabei war: von der Auszubildenden über die Gesellin, Meisterin und Selbstständige bis hin zur Studentin und Berufsschullehrerin. Stephanie zum Beispiel wählte das Freihandzeichnen, um leichter Entwürfe zu Papier bringen zu können. Andere arbeiteten an Internetauftritten, bauten Schatullen, beschäftigten sich mit den Geheimnissen des beruflichen Erfolgs, der im Kopf beginnt, oder bekamen die vielfältigen Verwendungsarten eines afrikanischen Rindenmaterials vorgestellt. Das breit gefächerte Angebot wurde von kompetenten Dozentinnen geleitet.

Ein 25-jähriges Jubiläum lädt natürlich dazu ein, zurückzublicken. Dies wurde in Form einer Ausstellung getan, die über die vergangenen Treffen ausführlich berichtete. Ebenso konnte man sich das Ergebnis des langjährigen biographischen Foto-Text-Projektes mit dem Titel „12 Jahre – 12 Tischlerinnen“ ansehen.

„Während all der Jahre, die ich das Treffen kenne, ist immer wieder etwas neu dazu gekommen“, berichtet Melanie. So entstand 2003 die Internetseite tischlerinnen.de, die im Jahr 2010 ein neues Gesicht bekam. Manches ist wieder verschwunden, wie leider die Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Vieles hat sich weiterentwickelt, z. B. die Professionalität, mit der das stets neu zusammengewürfelte Team ehrenamtlich die immense Aufgabe bewältigt, das Bundesweite Tischlerinnentreffen zu organisieren.

Das Treffen finanziert sich überwiegend durch die Teilnehmerinnenbeiträge. Mit Geld- oder Sachspenden für die Tombola wird es zudem von zahlreichen Firmen der Holzindustrie unterstützt. Dieses Jahr konnten erstmalig Kooperationsverträge mit der Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen und dem Verein der niedersächsischen Bildungsinitiativen e.V. abgeschlossen werden.

Das Besondere der selbstorganisierten Treffen zeigt sich jedoch vor allem darin, dass alle einen aktiven Beitrag leisten. Alle Teilnehmerinnen waren vor Ort dazu aufgerufen, kleine Aufgaben zu übernehmen. Auch Stephanie packte tatkräftig mit an. Ihr Plan, nur mitzuhelfen, verwandelte sich beim Abschiedsplenum sogar zum Entschluss, selbst Teil des nächstjährigen Orgateams zu werden. „Bei mir ist derzeit alles im Wandel, da ich auf der Suche nach einer guten Arbeitsstelle als Schreinerin bin.“

Melanie schätzt es, dass man auf vielen Ebenen durch das Tischlerinnentreffen wachsen kann. „Aus meiner langen Erfahrung bezüglich der Tischlerinnentreffen weiß ich, dass die einjährige Vorbereitungszeit viel Engagement von den Organisatorinnen erfordert, zudem die Fähigkeit, sich auf Neues einzulassen, jede Menge Teamgeist und die Liebe zum Beruf." Dies alles sind Erfahrungsschätze, die auch wertvoll im Berufsalltag sind. Da klappt es hoffentlich bald mit der passenden Arbeitsstelle für Stephanie, wünscht sich Melanie. Vor allem freut sie sich schon auf das nächste Treffen und wünscht dem neuen Team viel Erfolg.

Auf www.tischlerinnen.de sind stets die aktuellen Informationen zu finden.

Flyer des Treffens

Wir danken dem Orgateam 2014

Bianka Wunderlich, Claudia Regel, Corinna Moll, Fabian Gerlach, Katja Dostmann, Michal Rensing, Patricia Schmolke und Susanne Pauli


...dazu jede Menge Unterstützung von Daniela Meyer, Deborah Gießelmann und Ulrike Caspary.